Seit Beginn des Schuljahres 2014/2015 hat die Grundschule Knielingen einen Schulhund. Bella begleitet an vier Wochentagen Herrn Gmeiner in seine Klasse. Wenn die sanftmütige Mischlingshündin mit ihrem Herrchen morgens die Stufen im Treppenhaus der Grundschule hinaufläuft, schallen ihr frohe Kinderstimmen entgegen: "Hallo Bella!". Dass der Hund die Klassengemeinschaft positiv beeinflusst, hat der Klassenlehrer schon nach wenigen Tagen bemerkt. Häufig beginnt oder endet der Schultag deshalb mit einer "Hundestunde". Die Kinder dürfen "Platz" und "Sitz" mit Bella üben, Suchspielchen durchführen und ihr den Wassernapf füllen. Ebenso müssen die Schülerinnen und Schüler Fragen zum Umgang mit Hunden beantworten. Nach Beendigung von konzentrierten Arbeitsphasen dürfen die Kinder den Hund auch mal kraulen und streicheln. Somit ist der Trend zum Schulhund auch eine Gegenentwicklung zur Technisierung des Grundschulunterrichts. „Natürlich sind moderne Medien wie Computer, Tablets und Whiteboards in einem zeitgemäßen Unterricht angebracht. Aber Kinder brauchen auch die Erfahrungen mit der Natur und mit Tieren“ so Gmeiner. Neben den fachlichen und methodischen Kompetenzen beeinflusst der Schulhund auch die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Grundschüler. "Die Kinder gehen untereinander rücksichtsvoller um und kümmern sich um das Wohlbefinden des Hundes", sagt der Schulleiter. Der Boden ist immer sauber, damit Bella nichts Gefährliches fressen kann. So liegen beispielsweise keine Essenreste oder Papierschnipsel auf dem Boden herum, Jacken hängen nicht über den Stühlen oder liegen auf dem Boden sondern an der Garderobe. Und der Geräuschpegel der Klasse bei freieren Arbeitsphasen ist deutlich geringer, weil die Schüler wissen, dass Hunde ein viel sensibleres Gehör als Menschen haben. „Der Hund hat keine Erwartungen an die Kinder. Er nimmt sie, so wie sie sind. Mit ihren Problemen und Unterschieden", sagt Gmeiner. Damit Bella nicht überfordert wird und die Schüler auch mal laut sein dürfen, hat ihr der Schulleiter einen Ruheplatz im Rektorat eingerichtet. Hier kann sie sich vor der Klasse zurückziehen. Wie mittlerweile über 370 andere Schulhundbesitzer hat Herr Gmeiner die freiwillige Selbstverpflichtung „HuPäSch“ zur hundegestützten Pädagogik in Schulen unterzeichnet und ist mit Bella regelmäßig bei den Treffen des Arbeitskreis Schulhund Baden-Württemberg Nord mit dabei. Die Kinder können sich Schule ohne Bella gar nicht mehr vorstellen. Sie finden es einfach toll, dass Bella da ist.  

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